Chinesen riechen den Braten

Hier gibt es landläufig die Meinung, dass Chinesen die massive Kontrolle des Staatsapparates nicht realisieren oder nicht als beängstigend empfinden. DER TRENDBEOBACHTER hat bei seiner CHINA MINDSET TOUR ganz andere Erfahrungen gemacht!

Wenn zwei junge Damen im Airbnb-Apartment einziehen und zum Auftakt das Zimmer nach Mini-Kameras absuchen dann ist das mächtig. Wenn Mathias Haas von Chinesen berichtet wird, dass es KI-Technik im öffentlichen Raum gibt, die Menschen wohl am einfachen Gang identifizieren können, dann ist dies DEM TRENDBEOBACHTER nicht unbekannt, aber deren Angst davor gewaltig. Wenn Gesprächspartner die ständige Furcht vor „einer Regel“ beschreiben, die es geben könnte und die Selbstzensur zuschlägt – weil es sie ja geben könnte… Ja, dann ist dies ein weiteres Beispiel für deren Unsicherheit und Halbwissen über den Status quo des Überwachungsstaates.

Es sind wohl auch diese „Kleinigkeiten“ im Alltag. Mathias Haas wurde von notwendigen Behördenfreigaben zur Haltung eines größeren Hundes berichtet. In Peking selbst sei dies unmöglich und dadurch nicht minder einschränkend, vielleicht sogar einschüchternd. Wenn Behörden einem Cafebetreiber verweigern, Tische und Stühle im Außenbereich aufzustellen… dann weiß niemand wirklich Bescheid wie er oder sie damit umgehen soll. Die Beklemmung und Ohnmacht sind nachvollziehbar – diese geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze schon als Reisender beklemmend.

Die Gemeinschaft geht vor das Individuum – ein gerne zitiertes Prinzip

Der Zukunftsexperte hat zwei ganz konkrete Erlebnisse wie „das System“ zuschlägt und die Kontrolle allgegenwärtig wirkt.

Beispiel Nummer 1 am Platz des himmlischen Friedens:

Ach ja, LIcht macht dieser Master auch noch

Dass selbst der Reisepass zum Betreten des Platzes heutzutage nötig ist und jeder Laternenmasten über zehn Sicherheitskameras trägt wird zur Randnotiz, wenn dort eine Frau Wasser verkauft. Mathias Haas hat zufällig beobachtet wie ein ziviler Polizist genau dies direkt unterbunden hat und die Händlerin – ganz dezent – hat abführen lassen.

Beispiel Nummer 2 bei der Internation Horticultural Exhibition 2019 – auch Garden Expo genannt:

Beim Warten auf ein Taxi kommt es zum humorvollen „Dialog“ mit einem Sicherheitsmitarbeiten der Anlage – bis ein Zivilbeamter auftaucht und gleichzeitig das Taxi Mathias Haas abholt. Die non-verbale Kommunikation war unmissverständlich und nicht erfreulich für den bisher entspannten Security-Beschäftigten! Nur weil er mit dem Touristen Haas etwas Spaß hatte…

Die allgegenwertige Kameratechnik auf jeder Straße und jedem Platz, jedem Ladenlokal und jedem Büro – jedem Meter wirkt wie Dauerregen. Die Mitarbeiter der Bahn tragen Bodycams und natürlich hat jedes Auto Dashcameras. Mehrere Dashcameras.

Mathias Haas schafft es kaum ein Foto ohne Sicherheitstechnik zu machen

DER TRENDBEOBACHTER schafft es kaum Fotos ohne Sicherheitstechnik zu machen. Hierbei sind die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz und entsprechenden Analysen erst mal ausgeklammert, da unsichtbar. Sicher ist jedenfalls, dass die Gesichtserkennung als Einlasskontrolle an Wohneinheiten schon bestens funktioniert und eher als Premiumprodukt positioniert ist. Es sind die besseren Häuser, Kindergärten und Schulen, die regelmäßig mit dieser Technik arbeiten. Kein Schlüssel nur das eigene Gesicht. Face it!

China wird zum Markführer für Überwachungstechnik und findet weltweit Abnehmer. Selbst in Deutschland lassen sich auf Amazon Rauchmelder mit integrierten Kameras kaufen. Der Fotoapparat ist quasi unsichtbar verbaut! 30 EUR und der Europäer ist auf dem nächsten Trip. Warum nicht gleich das Gartenhaus verwanzen, nur falls… so hat ein Taiwanese Mathias Haas auf dieser Lernreise berichtet, dass er für den gleichen Preis Zuhause eine Kamera installiert hat, die ihm bei Bewegungen eine Nachricht sendet. Die letzte kam von einer Stechmücke. Eine fliegende Stechmücke wurde als Einbrecher erkannt und im Flug gefilmt. Für 30 EUR. Welcome in the club!

Das öffentliche, kommerzielle und private Wettrüsten kann beginnen

Laut der Financial Times vom 1. August 2019 hat Peking 470.000 Sicherheitskameras installiert. Doch nochmals – das „freie Europa“ hat die gleiche Tendenz. Wer zuletzt in London unterwegs war hat das Gefühl es gäbe mehr Sicherheitskameras als Menschen (lt. FT 420.000 Stück). Dieses Verhältnis zwischen Einwohner und Kameras liefert China wohl nie?!

Hier wird das KFZ-Kennzeichen und die Geschwindigkeit des Autos in Echtzeit kommuniziert – oben auf der Anzeigentafel

Mathias Haas ist Trendexperte und Zukunftsrebell, er ist jedoch vor allem jemand der in dieser überwachten Welt nicht leben will. Auch nicht in Deutschland!

Und in der Rest der Welt! Hier ein Pflichtprogramm der New York Times:
https://www.nytimes.com/video/world/americas/100000006007030/china-ecuador-surveillance.html?&module=tv-carousel&action=click&pgType=Multimedia&contentPlacement=6

Der Redner und Moderator hat sich in dieser Hinsicht überhaupt nicht wohl gefühlt… gut, dass der MegaTrend smart home in Europa noch so seine Schwierigkeiten hat. Aber auch bei Vorträgen und Workshops, bei Tagungen und Kongressen gibt es zunehmend diese Ausstattungen. Teilnehmer und Gäste rüsten genauso auf wie Tagungszentren und Hotels. Vielleicht sollte Mathias Haas auch mal die Hotelzimmer auf integrierte Technik prüfen bevor der die Augen schließt?

Mehr zur Haltung und Arbeit vom TRENDBEOBACHTER und seinem Team finden Sie unter www.trendbeobachter.de

Mehr zur Arbeit rund um Veränderung und Veränderungsdruck innerhalb der PLAY SERIOUS AKADEMIE liegt hier für Sie bereit: www.play-serious.org

0 Kommentare

Kommentar hinterlassen:

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.